Proxima Fan fiction Folge 1

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    Anonym
    Inaktiv

    MrV saß auf seinem Bett. Auf der gegenüberliegenden Seite der Zelle lag Lennulx. Er schlief noch.
    MrV blickte auf das chinesische Smartphone, das er von einem der Wärter geklaut hatte. Fünf Uhr Dreißig. In dreißig Minuten würde ein Wärter die Zelle öffnen, das Frühstück hereinbringen und sie über den Ablauf des heutigen Tages informieren.
    MrV hörte, wie ein Schlüssel im Schloss umgedreht wurde.
    „Werden wir jetzt hingerichtet?“, fragte Lennulx ironisch im Halbschlaf und öffnete die Augen.
    MrV schüttelte den Kopf, setzte sich aufrecht auf sein Bett und versteckte das Handy.
    „Guten Morgen“, sagte der Justizvollzugsbeamte und stieß die Tür auf.
    „Heute…“, fing er an und nahm den Schlüssel aus dem Schloss, „bekommt ihr einen neuen Zellengenossen hier im Staatsfeindetrakt. Außerdem…“, er begann zu grinsen, „ist heute Besuchstag“.
    MrV runzelte verwundert die Stirn. „Ich habe keine Kenntnis von Besuch“, sagte er.
    „Das ist auch nicht notwendig“, antwortete der Justizvollzugsbeamte und grinste. „Das hat er alles schon mit uns geklärt. Es ist, wie er sagte, rein geschäftlich“.
    Der Justizvollzugsbeamte schloss die Tür und drehte das Schloss um.
    MrV schreckte hoch.
    „Was ist“, fragte Lennulx verschlafen.
    „Fuck!“, rief MrV. „Fuck Fuck Fuck Fuck! Der Don hat rausgefunden, dass ich den Preis für die geklauten EC IDS um 10 cent pro Block gesenkt habe. Scheiße Scheiße Scheiße! Alter der wird mich umbringen! Ich muss hier raus alter fuck fuck fuck“!
    „Diggah komm runter“, meinte Lennulx gelassen. „Der Don kann dich nicht killen man. Keiner kann so gut Tech klauen wie du. Wenn der dich kaltmacht dann

    Der Besuchsraum war leer. Alle Tische und Stühle, die vorher bunt im Raum verteilt standen waren weggeschafft worden. Nur zwei Stühle und ein Tisch standen genau in der Mitte des Raumes.
    MrV schloss die Augen. Lennulx hatte Unrecht. Der Don wollte ihn hier umbringen und es gab nichts was er dagegen tun konnte.
    Die beiden gingen in den Raum und setzten sich auf die beiden Stühle.
    MrV legte seine rechte Hand auf die Stuhllehne und seufzte leise. Draußen im Gang waren Schritte zu hören, die sich dem Besuchsraum näherten.
    Auf einmal standen drei Männer in der Tür. Alle drei trugen schwarze Anzüge. Die äußeren beiden hatten nach hinten gegelte Haare und eine rote Krawatte um den Kragen. Der mittlere trug einen schwarzen Hut und eine schwarze Fliege. Auf der Höhe seines Herzens hatte er sich eine rote Rose angesteckt.
    MrV stockte der Atem. Vor ihnen stand Don Discowüste.
    Der Don fasste zur Begrüßung kurz an seinen Hut. „Ich denke, ich muss mich nicht vorstellen“, sagte er mit starkem italienischem Akzent.
    „Das müsst Ihr nicht, Don“, antwortete MrV, um Fassung bemüht.
    „Ich denke, ihr wisst auch den Grund, warum ich den weiten Weg von Sizilien bis hierhin gemacht habe“, meinte der Don.
    MrV nickte.
    „Wisst ihr, das mit dem Preis ist mir nicht wichtig“, fuhr der Don fort.
    „Wen kümmert es, ob der Block nun ein Euro fünfzig oder ein Euro vierzig kostet? Nein, das kümmert mich nicht, tut es das, Fedreico“? Der Don blickte zu dem Mann zu seiner linken, der gerade einen Geigenkoffer auf dem Tisch abstellte.
    „Nein Boss“, antwortete dieser ruhig und streichelte über den Geigenkoffer.
    „Seht ihr? Nein, der Preis ist mir egal. Aber durch eure Entscheidung, Preis nicht mit mir abzusprechen habt ihr Gebrochen den Vertrag, wisst ihr?“, fragte der Don und schaute MrV tadelnd in die Augen.
    „Der schöne Vertrag. Dios mio! Ist ein Wort denn nichts mehr Wert in dieser von Gott verlassenen Welt“?
    „Don, Don es tut mir leid“, sagte MrV hastig. „Das wird nicht wieder vorkommen, ich versprechs, ich schwöre es“!
    Der Don lachte. „Ich weiß“, sagte er. „Aber ihr müsst verstehen. Damit ich sicher sein kann ich brauche… wie heißt das Wort?.. Versicherung. Ich brauche Versicherung, dass ihr nicht wieder meinen schönen Vertrag kaputt macht.“
    Der Mann zu seiner Linken öffnete den Geigenkasten und nahm eine Thompson-Maschinenpistole heraus.
    „Lennulx hatte damit nichts zu tun, das war allein meine Entscheidung!“ rief MrV verzweifelt.
    „Ich weiß“, meinte der Don.
    Der Mann zu seiner Linken entsicherte die Maschinenpistole, richtete sie auf Lennulx und drückte ab. MrV schloss die Augen und drehte den Kopf zur Seite. Die Patronenhülsen flogen durch den Raum und kamen mit einem lauten Klirren auf dem frisch geputzten Linoleumboden auf.
    Nach ein paar Sekunden war es still. MrV schaute auf. Neben ihm saß Lennulx leblos in seinem Stuhl, umgeben von einer Blutlache.
    Der Don wischte sich mit einem seidenen Taschentuch einen Blutspritzer vom Handrücken und steckte sich eine Pfeife an.
    MrVs Herz raste. Sein Atem hörte sich an wie ein Aldi-Laptop, der gerade dazu gezwungen wurde, Red dead Redemption 2 abzuspielen.
    „Weißt du?“, begann der Don. „Ein Euro fünfzig war der bessere Preis“.
    Der Don nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife und ging, zusammen mit seinen Handlangern, durch die offen stehende Tür wieder nach Draußen.

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